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Naturapotheke

Schwedenbitter: Anwendung, Wirkung und Rezept zum Selbermachen

Wofür ist Schwedenbitter gut? Unter anderem hilft er der Verdauung auf die Sprünge und lässt das Blut zirkulieren. Ein alkoholisches Elixier mit kraftvoller Wirkung.

Schwedenbitter (Foto: Mauritius Images/ Fritzi)
Foto: Mauritius Images/ Fritzi
Schwedenbitter

Inhalt

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  • Hilft bei: Verdauungsproblemen.

  • Wirkung: Niedrigem Kreislauf, blutbildend, verdauungsfördernd.

  • Anwendung: Alkoholauszug innerlich und äußerlich.

Foto: Roland Vorlaufer

Karin Buchart erklärt regelmäßig in Servus Stadt & Land die Heilkräfte der Natur und teilt auf servus.com ihr Expertenwissen rund um Ernährung, Kräuter und Heilpflanzen. Hier geht es zu ihrem Buch: Die Naturapotheke

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Wofür ist Schwedenbitter gut?

  • Der Schwedenbitter ist für alles gut, sagt man. Und da ist etwas dran: Er bringt den Kreislauf in Schwung, regt den Fluss der Verdauungssekrete an und unterstützt die Blutbildung. Das alles führt dazu, dass wir uns unternehmungslustiger fühlen, gut ge­launt sind und munterer und aktiver durchs Leben gehen.

  • Die bittersten Pflanzen sind der Gelbe Enzian und der Wermut. Davon nehmen wir schon ein Gramm in zehn Liter Wasser wahr. Kleinste Mengen reichen also aus, um eine aktivierende Wirkung in uns auszulösen.

  • Der Mensch hat mehr als 25 Rezeptoren für bitteren Geschmack im Mund. Allein durch die Empfindung auf der Zunge wer­den Verdauungssäfte ausgeschüttet. Interessanterweise findet die Wahrnehmung aber nicht nur im Mund statt. Sogar auf der Haut und in den Atemwegen haben wir Bitter­-Detektoren.

  • Wer den Geschmack im Mund nicht mag, kann sich mit Schweden­bitter auch einreiben. Das regt die Haut­durchblutung und Stoffwechselabläufe an.

Wie viel Schwedenbitter darf man trinken?

  • Einige Tropfen bis ein Tee­löffel pro Tag reichen aus, um Körper und Geist zu bewegen. Eine Überdosierung be­wirkt hingegen das Gegenteil. Bitter bedeutet in der Natur oft giftig, deshalb ist es für uns sehr wichtig, alles Bittere wahrzunehmen. Beim bloßen Rie­chen an Gewürzen wie Salbei oder Galgant kitzelt das Bittere schon die Nase.

Wertvolle Zutaten

  • Der wirkungsvolle Schwedenbitter bestand traditionell aus dem Gel von Aloe vera, aus Myrrhe, Safran, Sennesblättern, Natur-KampferZitwerwurzel (Weiße Curcuma; aus der Familie der Ingwergewächse), dem getrockneten Saft der Manna-EscheEberwurzel (Silberdistel), Angelikawurzel, Wurzel vom Arzneirhabarber, venezianischem Theriak (aus etlichen Zutaten bestehende mittelalterliche Universalarznei) und Korn.

  • Der alkoholische Auszug liefert die Bitterstoffe in gut verwertbarer Form, und mit etwa 35- bis 50-prozentigem Alkohol werden sie auch am besten aus der Pflanze geholt. Die meisten von ihnen sind hitzeempfindlich und bleiben im Schwedenbitter optimal erhalten.

  • Bitterkräuter entwickeln ihren wertvollen Inhaltsstoff aus einem ganz besonderen Grund: Sie bilden Bitterstoffe, damit ihre Wurzeln und Blätter nicht von Tieren gefressen werden. Wird beispielsweise ein Blatt angeknabbert, so sendet die Pflanze Informationen in alle anderen Blätter, um noch mehr Bitterstoffe auszubilden.

  • Über die Nahrung bekommen wir heute wesentlich weniger Bitterstoffe, weil sie aus dem Gemüse zunehmend herausgezüchtet werden. Gleichzeitig ist es eine Geschmacksrichtung, die gestillt werden will.

Schwedenbitter herstellen

  • Schwedenbitter ist ein Ansatzschnaps, der in verschiedenen Varianten auch selbst hergestellt werden kann. Die Bitterkräutermischung kann an die regionalen und verfügbaren Zutaten angepasst werden.

  • Zur leicht süßen Abrundung eignen sich Honig oder Kandiszucker.

  • Im Frühling und Sommer werden die frischen Kräuter, Wurzeln und Rinden angesetzt.

  • Das Besondere an der Herstellung ist, dass der Ansatz mit etwa 40-prozentigem Alkohol nach zehn Tagen abgeseiht und danach noch einmal mit frischem klarem Schnaps ausgezogen wird. So kommen auch sanftere Inhaltsstoffe heraus, die im ersten, gesättigten Auszug keinen Platz finden.

Schwedenbitter-Rezeptur

Für ca. 1,5 Liter

  • 1 TL Kardamom

  • 5 cm Zimtrinde

  • 1 Muskatnuss

  • 1 EL Enzianwurzel

  • 1 EL Kalmuswurzel

  • 1 EL Engelwurz

  • 2 EL Ringelblumenblüten

  • 0.5 abgeriebene Bio-Orangenschale

  • 1.5 l Korn (40%)

  • 50 g Honig

Zubereitung

  1. Den Kardamom und die Zimtrinde mörsern, Muskatnuss reiben und mit den Wurzeln, Blüten und der Orangenschale in ein Glas geben. Die Orangenschale darf ruhig etwas vom inneren weißen Anteil dabeihaben.

  2. Einen Liter Korn über dieZutaten gießen, gut verschließen und zehn Tage beiZimmertempe­ratur ziehen lassen.

  3. Dann abseihen und die abgeseihten Zutaten nochmals mit dem rest­lichen Korn zehn Tage ziehen lassen. Am Ende der Ziehzeit beide Aus­züge mischen und den Honig zusetzen.

  4. Den Schwedenbitter in dunkle Tropfflaschen füllen. Das Aroma des Schwedenbitter verbessert sich noch in den Wochen nach der Abfüllung.

Anwendungen von Schwedenbitter

  • Innerliche Kur: Der Schwedenbitter ist gut für eine kurmäßige Anwendung geeignet. Dazu einen Monat lang täglich 10–20 Tropfen vormittags oder am frühen Nachmittag einnehmen. Der Schwedenbitter ist ein Munter­macher und Aktivierer, deshalb ist er nicht für den Abend geeignet.

  • Einreibung: Äußerlich kann der Schwedenbitter als durchblutungsfördernde Einreibung verwendet werden. Eventuell vorher mit einem Balsam der Austrocknung der Haut entgegenwirken.

  • Umschlag: Einen Esslöffel Schwedenbitter in einen Viertelliter lauwarmes Wasser geben, ein Baumwolltuch darin tränken, auswinden und auflegen. Fördert die Durchblutung und damit den Hautstoffwechsel.

  • Zwei Esslöffel Schwedenbitter ins Fuß­bad geben und die Füße etwa 15 Minuten bei 36 °C baden. Das regt den Stoff­wechsel an und wirkt aktivierend.

  • Der Schwedenbitter bringt die Verdauung so richtig in Schwung und eignet sich daher als Aperitif vor dem Mittagessen. Ein kleiner Teelöffel, pur oder mit Wasser auf ein Stamperl verlängert, stimmt auf das Essen ein. Bei angeschlagenem oder übersäuertem Magen empfiehlt er sich nach der Mahlzeit als Digestif.

Diese Informationen stellen keine medizinische oder ärztliche Beratung dar. Bitte beachten Sie die allgemeinen Dosierungsempfehlungen und konsultieren Sie insbesondere bei Beschwerden und Vorerkrankungen Ihren Arzt. Jegliche Haftung wird ausgeschlossen.

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Diese Informationen stellen keine medizinische oder ärztliche Beratung dar. Bitte beachten Sie die allgemeinen Dosierungsempfehlungen und konsultieren Sie insbesondere bei Beschwerden und Vorerkrankungen Ihren Arzt. Jegliche Haftung wird ausgeschlossen.

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