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Naturapotheke

Die Vogelbeere als Verdauungshelfer in der Volksheilkunde

Nicht nur Vögel naschen gerne von den roten Beeren, auch Feinspitze schätzen den kantigen, säuerlichen Geschmack von Vogelbeeren. Als Schnaps sowieso, aber auch als Saft, Tee oder Marmelade mit sanft heilsamer Wirkung.

Vogelbeere (Foto: Pixabay/ Peggy Choucair)
Foto: Pixabay/ Peggy Choucair
Vogelbeere
  • Hilft bei: Durchfall und Verdauungsproblemen.

  • Wirkung: Leichtes Abführmittel, aber auch stopfend.

  • Anwendung: Tee, Marmelade, Essiglösung, Schnaps, Likör

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Heilanwendung

  • Frische Vogelbeeren wirken durch die Parasorbinsäure leicht abführend. Beim Trocknen, Lagern und Kochen wird diese Verbindung abgebaut, es überwiegt dann die stopfende Wirkung der Gerbstoffe.

  • Landläufig werden auch die Blätter der Eberesche als Tee bei leichten Durchfällen getrunken. Vogelbeeren gelten als entschlackend und blutreinigend, was aber wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnte.

  • Essig oder Kälte entbittern die Vogelbeeren. Also am besten einen Tag in eine schwache Essiglösung einlegen oder zwei Tage tiefkühlen. 

  • Vogelbeermarmelade wird mit Birnen oder anderen süßlichen Obstsorten abgerundet und schmeckt feinherb zu Käse sehr gut. Beliebt sind Vogelbeeren auch als aromatische Ansatzschnäpse und Liköre.

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Wirkung

  • In der Volksheilkunde gilt die Vogelbeere vor allem bei Nierenerkrankungen, Diabetes und rheumatischen Beschwerden als heilwirkend.

Botanik

  • Die Eberesche ist ein Rosengewächs, das als einziger Baum sogar noch in Gegenden wächst, wo es über weite Strecken sehr kalt ist.

  • Sie ist anspruchslos, zäh und lässt sich nicht unterkriegen, deshalb wurde sie zu einem Symbol der Kraft und des Durchhaltevermögens.

  • Die Eberesche betreibt die Photosynthese auch über die Rinde. Sie liebt das Licht, das sehen wir besonders, wenn sie in Kahlschlägen als Erste in die Höhe schießt.

  • Lateinisch „sorbere“ heißt so viel wie „schlürfen“, und ein „Schlürftrank“ aus verschiedenen Beeren dürfte der Gattung Sorbus den Namen gegeben haben.

Geschichte

  • Seit etwa dem 16. Jahrhundert heißt die Vogelbeere „Eberesche“, womit so viel wie „unechte Esche“ gemeint ist. Die Gattung Sorbus jedoch wurde bereits von alten Heilkundigen wie Plinius beschrieben. 

  • Lonicerus hat die Eberesche zu Beginn der Neuzeit bei Leberleiden, Nierenschmerzen und Wassersucht eingesetzt.

  • Viele Alpenregionen kennen die Vogelbeeren heute nur noch vom Schnapsbrennen. Dabei sind die roten Früchte früher vielfältig verarbeitet worden. Fruchtsaft, Marmelade, Kompott und Tee sind nur einige Beispiele, wie man sie einst gerne eingesetzt hat.

  • Der Eberesche wurde auch eine Schutzwirkung gegen Gewitter zugesprochen. Dass Ebereschen am wenigsten häufig von Blitzen getroffen werden, lässt sich heute statistisch belegen.

  • Ein Gerücht hingegen ist ihre Giftigkeit, es kommt auf die Dosis an.

Inhaltsstoffe

  • Vogelbeeren sind herb und sauer. Apfelsäure, Weinsäure und Vitamin C sind hauptsächlich für den säuerlichen Geschmack verantwortlich.

  • Der für Rosengewächse typische Sorbitgehalt verrät auch die Verwandtschaft mit Äpfeln und Birnen.

  • Aus Vogelbeeren wurde der Zuckeraustauschstoff Sorbit zum ersten Mal isoliert.

Rezept für Vogelbeer-Tee

  • 1TL getrocknete Vogelbeeren, ¼l Wasser

  • Vogelbeeren in kaltem Wasser ansetzen, erhitzen und etwa 10 Minuten köcheln.

  • 1 Tasse pro Tag maximal 14 Tage lang trinken, wirkt leicht stopfend

Karin Buchart ist studierte Ernährungswissenschaftlerin und Lehrbeauftragte am Zentrum für Gastrosophie der Universität Salzburg, Kolumnistin und Autorin mehrerer Bücher. Sie leitet zahlreiche Seminare und Workshops zum Thema Heilpflanzen und Ernährung. Hier geht es zu ihrem Buch: Die Naturapotheke

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